BLOG 1 Februar 2021 Wertschätzung in der Führung - Teil 1

Wertschätzung manifestiert sich im Regelfall proaktiv, indem man das zu Wertschätzende verbalisiert, zumindest schlüssig kausal demonstriert.

Ließe man dies außen vor, so verkommt gut gemeinte Wertschätzung zur Bedeutungslosigkeit, lebt Wertschätzung eben von der Anerkennung ad demonstrandum.

 

Übertragen wir nunmehr diese allgemeingültigen Erkenntnisse wertschätzender Handlungen in den Alltag des Führungshandelns, so stellt sich die Frage nach der Bedeutung von wertschätzendem Verhalten für den Führungs- und letztendlich für den Unternehmenserfolg.

 

Bitte stellen Sie sich vor, Sie wären eine loyale, zuverlässig arbeitende Person in einem Unternehmen.

Stellen Sie sich bitte zudem vor, dass Sie als aufmerksame Dame /*/Herr Prozesse in Ihrem Arbeitsumfeld wahrnehmen, die aus Ihrem operativen Verständnis ineffizient, gar bedenklich sind.

Dies zur Kenntnis nehmend werden Sie bei Ihrem Vorgesetztem vorstellig und möchten das Anliegen schildern.

Schnell werden Sie gewahr, dass der Zeitraum für Ihren Chefe ungünstig ist, jedenfalls unterbricht er Sie höflich und verspricht, auf Sie zuzukommen.

 

Was nun erwarten Sie?

Zu Recht dürfen Sie erwarten, dass Ihr Leiter auf Sie - wie ja zugesagt - zukommt.

Zudem dürfen Sie erwarten, dass dies zeitnah geschieht - und falls mal nicht möglich - dass Ihnen dies proaktiv angetragen wird, idealerweise mit einem Terminangebot.

 

Zudem haben Sie ein Anrecht auf Ernsthaftigkeit:

Ihr Ansinnen - seriös im Kern und argumentativ in der Darlegung - muss angenommen und mit der gebührenden Ernsthaftigkeit im Dialog erörtert werden.

 

Selbstverständlich hat der Vorgesetzte die Hoheit zu entscheiden, inwieweit er Ihrer Sichtweise folgen kann und möchte; am Ende kann er auch anders entscheiden, als Sie es sich wünschen würden.

Entscheidend jedoch ist die mittels Annahme Ihrer Person und Ihrer begründeten Sichtweise einhergehende Wertschätzung, die Würdigung Ihrer Teilhabe und Verantwortlichkeit.

 

Diese Form der Wertschätzung zu leben und vorzuleben, erscheint einfach und einleuchtend - aber:

Ist dem stets so?

Ist dem überwiegend so?

 

Aus meiner Wahrnehmung als Berater, Coach und Seminarleiter ist dies oftmals nicht so.

Häufiger erfahre ich, dass der Entscheidungsträger ziemlich spät auf die mitarbeitende Person zukam, manches Mal auch gar nicht.

 

Darüber hinaus gewichtet der Vorgesetzte oftmals das teils nur rudimentär erfasste Anliegen nach eigenem Gutdünken mit der möglichen Folge, es von vornherein abzutun, ohne sich möglicher Details zu vergewissern.

 

Gerade  aus letzterem manifestiert sich so manches Mal eine Rückmeldung an den Mitarbeiter, die mitarbeitende Dame, die bei der antragenden Person ein ungutes Gefühl hinterlässt, entsteht der Eindruck, dass wohl aus Sicht des Chefs das Thema keine Daseinsberechtigung habe, da schon öfter thematisiert, mittlerweile überholt sei..

 

Noch schlimmer:

Es schimmert so eine leichte Hybris durch, so ein Gefühl der Belustigung ob der doch eher einfach-naiv gestrickten Sichtweise der mitarbeitenden Person.

 

Was dies zuvor benannte mit dem Mitarbeiter, der Mitarbeiterin macht, hängt natürlich im Einzelfall von vielerlei Umständen, nicht zuletzt auch von der Persönlichkeit der mitarbeitenden Person ab. Jedoch einher geht oftmals ein Gefühl mangelnder Wertschätzung, mangelnder Ernsthaftigkeit - und all dies wirkt nicht gerad motivierend.

 

Vielleicht gestatten Sie mir an dieser Stelle auch noch ein Wort für die Führenden:

Oftmals wird verkannt, wie diese Damen /*/ und Herren ihrerseits auch unter Druck stehen, Unternehmensziele erreichen zu müssen, repräsentative Aufgaben zu erfüllen, Mitarbeiter bei Laune zu halten - wahrlich haben Führende oftmals sehr viel um die Ohren...

 

Daher befinden sich manch Führende in einem täglichen Überlebenskampf, müssen priorisieren und entscheiden.

So kann es sein, dass auch ihnen manches Mal etwas durchgeht bzw. sie kurz und knapp focussieren.

 

Gleich wie, die Auswirkungen bleiben:

So sich verhaltend, laufen Führende Gefahr, sich mangelnde Wertschätzung ihrer Mitarbeitenden attestieren lassen zu müssen.

 

DAHER:

 

Empfehlungen für Führende:

1. Halten Sie Ihre Zusagen nach und kommen unbedingt - wie zugesagt - auf die mitarbeitende Person zu.

Sollte es zeitnah nicht möglich sein, dem Ansinnen des Mitarbeiters, der Mitarbeiterin * wertschätzend zu entsprechen, so teilen Sie dies zeitnah mit und benennen Sie klar eindeutig Ihre Möglichkeiten.

2. Nehmen Sie den stets den Mitarbeiter, die mitarbeitende Dame * an und ernst:

Dazu gehört, sich ausreichend Zeit für einen konstruktiven Dialog zu nehmen und dem Mitarbeiter dabei das Gefühl der Wertschätzung zu vermitteln.

 

Empfehlungen für Mitarbeitende:

1. Vereinbaren Sie einen festen Termin mit Ihrem Vorgesetzten und teilen Sie ihm dabei bereits den Beweggrund für Ihren Gesprächswunsch mit.

2. Innerhalb des Gespräches sollten Sie Beobachtungen belegen und Ihre Wünsche und Vorstellungen gut begründen.

3. Sollte Ihr Leiter den Termin verschieben, so bestehen Sie auf die klare Benennung eines Alternativtermins.

4. Sollten Sie inmitten Ihres Dialogs mit Ihrem Chef den Eindruck gewinnen, nicht ernst genommen zu werden, so empfehle ich Ihne, dies genauso höflich zu benennen und nach den Beweggründen zu fragen.

 

 

FAZIT:

Wertschätzendes Verhalten - selbstverständlich beidseitig - gilt als Transmissionsriemen für gute Beziehungen und somit für eine ergiebige Zusammenarbeit.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein tiefendes Bewusstsein für die Bedeutung von wertschätzendem Handeln seitens der Führungskraft.

P.S.

In meinem kommenden Blog Ende Februar greife ich das Thema reziprok auf: Was darf und muss eine Führungskraft an wertschätzendem Verhalten von ihren Mitarbeitenden erwarten ?

Bis zum kommenden Blog grüßt Sie

Ihr Michael Roloff

 

P.S. Gern nehme ich Ihre Erfahrungegen, Ihre Sicht und Kritik entgegen. Diese würde ich  - Ihr Einverständnis durch Ihren Beitrag unterstellt - unter dem Vorbehalt der Redlichkeit in mein Kommunikationsforum Kassandra auszugsweise einstellen.

Gern können Sie mir somit schreiben unter:

Kontakt@kassandra-mr.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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